Klimaschutz kostet kein Geld – im Gegenteil!

Wieder häufen sich die Schlagzeilen, wie viele Milliarden der Klimaschutz angeblich kostet. Am 20. September wird sich die Bundesregierung tüchtig für ihr Klimaschutzgesetz loben, mit dem viele Milliarden Euro Steuergelder in den Wirtschaftskreislauf gepumpt werden, als sei die Summe ein Maß für die Wirksamkeit. Und ebenso werden Umwelt- und Klimaschutzorganisationen wieder zu Recht darauf verweisen, dass diese Maßnahmen nicht ausreichen, um die Pariser Klimaschutzvorgaben zu erreichen. All das kennen wir schon.

Seit neun Monaten sind Jugendliche weltweit – zu Recht – auf der Straße, um Taten gegen die Klimakrise einzufordern. Geändert hat sich – wenn überhaupt – nur wenig. Kohleausstieg in Deutschland und Flugreisen sind geschickte politische Nebelkerzen, um die gesellschaftliche Diskussion vom Kern des Problems abzulenken und Medienvertreter und Bürger zu beschäftigen: Seit der Preis für CO2-Zertifikate ansteigt [1] ist die Kohleverstromung und damit auch die CO2-Emission in diesem Sektor auf dem Rückzug. In den ersten acht Monaten diesen Jahres ging der Anteil der Kohleverstromung an der fossilen Verstromung um 30% weiter zurück, während der Anteil der deutlich weniger CO2 ausstoßenden Gaskraftwerke um 26% anstieg. [2] Ja, und die Flugreisen kann und sollte man CO2-kompensieren.

Dabei ist Klimaschutz für uns Bürger oft einfach und spart uns auch noch viel Geld:

  • Wenn nach dem CO2-Rechner des Umweltbundesamtes [3] der Durchschnitts-Bundesbürger seinen “sonstigen Konsum“ durch den Kauf von langlebigen oder gebrauchten Gütern und Verzicht von Überflüssigem von 450 Euro auf 150 Euro monatlich reduziert, spart er bereits ein Viertel seiner jährlichen CO2-Emissionen ein.
  • Würden im Jahr 2500 km statt mit dem eigenen PKW mit dem öffentlichen Fern- oder Nahverkehr gefahren, wären weitere 10% CO2 eingespart.
  • Und wenn die politisch Verantwortlichen in Brüssel durchsetzen würden, dass die Direktzahlungen an Landwirte (übrigens unsere Steuergelder) weg von der intensiven hin zur ökologischen, arten-/bodenschonenden und humusaufbauenden Landwirtschaft fließen würden, käme eine weitere entscheidende Klimaschutzmaßnahme kostenneutral hinzu.

Aber das alles passt nicht zu unserer gesellschaftlichen Prägung der letzten Jahrzehnte und zum wachstums- und wirtschaftsverpflichtetem politischen System in Deutschland. Noch haben wir es aber in Hand, es zu ändern!

Quellen:

[1] https://de.investing.com/commodities/carbon-emissions

[2] https://www.pv-magazine.de/2019/09/09/energy-charts-nettostromerzeugung-in-deutschland-erneuerbarer-und-co2-aermer-in-den-ersten-acht-monaten/

[3] https://uba.co2-rechner.de/de_DE/

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