25. Oktober 2018

Immer mehr Bürger fragen und wundern sich, warum die Energiewende, also die Umstellung der Energieversorgung von fossilen Brennstoffen auf erneuerbare Energien, so langsam vorankommt. Und dass, obwohl doch der Klimawandel ein immer spürbareres Problem wird.

Im Jahr 2016 zahlten Industrie- und Schwellenländer 1,7 Billionen Euro für die Importe fossiler Brennstoffe [1]. Die Preise für Erdöl, Erdgas und Steinkohle sind seitdem gestiegen. Neben wir dieses Jahr dennoch als repräsentatives Durchschnittsjahr für die folgende Überlegung: Wenn ausgehend vom Jahr 2016 die Energiewende innerhalb von 15 Jahren, also bis einschließlich des Jahres 2030 geschafft würde, müssten diese Länder jedes Jahr durchschnittlich 113 Milliarden Euro für die Importe weniger zahlen. Insgesamt hätten sie am Ende 13,6 Billionen Euro gezahlt. Geht die Verringerung der Importe aber langsamer voran und die Energiewende ist erst im Jahr 2040 geschafft, müssten für diesen Zeitraum von 25 Jahren insgesamt 22,1 Billionen gezahlt werden. Bei einer Energiewende bis zum Jahr 2050 beläuft sich die Summe der jährlichen Zahlungen für die Importe auf 30,6 Billionen Euro.

Eine Verzögerung der Energiewende von 10 Jahren bringt also zusätzliche Umsatzerlöse für fossile Brennstoffe von 8,5 Billionen Euro. Hinzu kommen die zusätzlichen Umsätze durch die Weiterverarbeitung und Nutzung dieser Rohstoffe. Man ahnt, um welche gigantischen Umsätze und Gewinne es bei der Nutzung fossiler Rohstoffe geht. Man ahnt, warum die Energiewende nur so langsam vorankommt.

Auf der anderen Seite ist die Energiewende das bisher größte weltweite Konjunkturprogramm und Friedensprojekt. Die Arbeitsplätze, die im fossilen Bereich verloren gehen, werden um ein Vielfaches mehr durch den Zuwachs im Bereich der Erneuerbaren Energien kompensiert. Es muss aber auch gemeinsam überlegt werden, wie jene Staaten, die ihre Wirtschaft und Staatseinnahmen bisher auf den Export von fossilen Rohstoffen ausgerichtet haben, ihre Wirtschaft für die Zeit nach einer globalen Energiewende erfolgreich umstrukturieren können. Eine wichtige globale wirtschaftspolitische Diskussion, die bisher nicht geführt wird.

Das Problem: Geld und Macht sind bisher in Händen der wenigen, denen wirtschaftlicher Verlust droht. Nicht in den Händen all der anderen, die von der Energiewende profitieren werden.

 

Quelle:

[1] https://www.unendlich-viel-energie.de/mediathek/grafiken/fossile-brennstoffe-belasten-handelsbilanz

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