Schüler streiken. Das klingt so, als würden Rentner sich weigern, ihre Rente bei der Rentenkasse abzuholen. Zunächst: Es geht nicht darum, die schulische Authorität in Frage zu stellen. Das macht kein Schüler mit dieser Aktion. Wenn man außerdem bedenkt, mit welchen Unterrichtsausfällen aus den verschiedensten Gründen das Schulsystem zu kämpfen hat, fallen diese paar ausgefallenen Unterrichtstunden mehr kaum ins Gewicht. Nein, es ist leider so geworden, dass man wirkliche Aufmerksamkeit bei Medienvertretern und politisch Verantwortlichen nur noch mit polarisierenden Aktionen findet. Also, ja gut so!

Allerdings, Protest sollte nur der Anfang sein. Protestieren alleine führt nicht zum Ziel. Auch Schüler haben das Zeug, die Diskussion über den Klimawandels in der Breite der Gesellschaft zu tragen. Gewiss wird im Elternhaus, Freundes- und Bekanntenkreis schon oft darüber diskutiert, was jeder einzelne tun kann und wo scheinbare Grenzen gesetzt sind. Grenzen des Handelns, die oft nur durch wirtschaftsorientiertes Wunschdenken gezogen werden. Diese Diskussion muss auch ihren gebührenden Platz im Unterricht finden und kann zum Beispiel durch Projektwochen mit ihren vielfältigen Ausgestaltungsmöglichkeiten in die Öffentlichkeit getragen werden. Und die Schüler können direkt auf die Politik einwirken und diese in die Verantwortung nehmen: In den Bürgerfragestunden der Rats- und Kreistagssitzungen dürfen bohrende Fragen gestellt und Vorschläge für Klimaschutzmaßnahmen und bürgerliches Klimaschutz-Engagement gemacht werden. Jetzt sofort, denn wir haben keine Zeit mehr zu verlieren.

 

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